Die niederländische Terrassenkultur: Zahlen und Erkenntnisse

Gäste auf der Außenterrasse eines niederländischen Cafés

Eine Terrasse erfüllt für einen Gastronomiebetrieb mehrere Funktionen zugleich. Sie bringt zusätzliche Gäste, und mehr Gäste bedeuten in der Regel mehr Umsatz. Sie macht den Betrieb von der Straße aus sichtbar und zieht Laufkundschaft an. Und sie ist ein Unterscheidungsmerkmal in einem umkämpften Markt.

Das zählt gerade jetzt mehr als sonst. Wie wir in früheren Artikeln bereits berichtet haben, hat der niederländische Gastronomiesektor im Laufe von 2023 Betriebe verloren. Vor diesem Hintergrund ist eine Terrasse einer der wenigen Hebel, die ein Betreiber direkt selbst in der Hand hat.

Dieser Artikel untersucht, welche Segmente die meisten Terrassen haben, welche Provinzen am besten ausgestattet sind und was typischerweise auf einer Terrassenkarte steht.

Wie viele niederländische Betriebe haben eine Terrasse?

Unsere Foodservice Database erfasst über 25.000 Gastronomiebetriebe mit einer Außenterrasse55 % des Segments. Allein diese Zahl zeigt: Die Terrasse ist im niederländischen Markt kein Extra. Sie ist der Regelfall.

Terrassen nach Segment

Social-Dining-Restaurants — voller Service, umfangreiche Karte, höheres Preissegment — dominieren deutlich. Sie machen 40 % aller Terrassen im Sektor aus, und innerhalb des Segments selbst hat etwa drei Viertel der Betriebe eine. Kein anderes Segment kommt bei einem der beiden Werte auch nur annähernd heran.

SegmentAnteil an Terrassen
Social-Dining-Restaurants40 %
Cafés und Bars15 %
Snacks und Pommes15 %
Alle übrigen Segmente30 %

Anteil aller niederländischen Gastronomieterrassen nach Segment. Quelle: Roamler Foodservice Database.

Die verbleibenden 30 % verteilen sich auf Fast-Casual-Restaurants, Lunchrooms und Feinkostläden, Shoarma- und Kebabbetriebe sowie Coffeeshops. Genau diese Streuung ist der Punkt: Eine Terrasse ist nicht dem klassischen Sitzdinner vorbehalten. Sie funktioniert genauso gut für ein informelles Getränk oder einen kleinen Snack.

Regionale Unterschiede

Nordholland hat die größte absolute Zahl an Terrassen, was angesichts der dortigen Betriebsdichte wenig überraschend ist. Bei der Durchdringung sieht es anders aus: Nur die Hälfte der dortigen Gastronomiebetriebe hat eine Terrasse, unter dem landesweiten Durchschnitt von 55 %.

ProvinzBetriebe mit Terrasse
GelderlandFast 60 %
NordbrabantFast 60 %
Nordholland50 %
SüdhollandUnter 50 %

Anteil der Gastronomiebetriebe mit Terrasse, ausgewählte Provinzen, gegenüber einem landesweiten Durchschnitt von 55 %.

Gelderland und Nordbrabant liegen bei der Durchdringung mit knapp 60 % vorn. Das Muster kehrt die übliche städtische Annahme um: Die Provinzen mit den meisten Betrieben sind nicht die, in denen eine Terrasse am selbstverständlichsten ist.

Was auf einer Terrassenkarte steht

Die bei diesen Betrieben erfassten Kartendaten weisen alle in dieselbe Richtung. Craft-Bier ist der mit Abstand häufigste Posten, auf 39 % der Terrassenkarten, dicht gefolgt von klassischem Bier mit 36 %.

Für eine Brauerei ist genau diese Reihenfolge die entscheidende Erkenntnis: Craft-Bier hinkt auf niederländischen Terrassen dem Mainstream nicht hinterher, es liegt davor.

Fazit

Terrassen konzentrieren sich auf Social Dining und sind in Gelderland und Nordbrabant am selbstverständlichsten – nicht in den betriebsreichsten Provinzen. Bier, allen voran Craft-Bier, dominiert das Angebot. Für einen Sektor, der 2023 Betriebe verloren hat, bleibt die Terrasse eine der direktesten Möglichkeiten, Gäste und Umsatz hinzuzugewinnen – und für Marken, die an diesen Sektor verkaufen, zeigt sie, wo im Sommer tatsächlich das Volumen liegt.

Daten zu mehr als 4 Mio. Foodservice-Standorten in ganz Europa

Unsere Foodservice Database erfasst Betriebe anhand von über 30 Merkmalen — Terrasse, Segment, Karte, Öffnungszeiten — und wird laufend aktualisiert.

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