Die Herausforderungen von Out-of-Stock in Europa

Supermarktregal mit einer deutlich sichtbaren Lücke, wo ein Produkt fehlt

Laut einer Studie der Grocery Manufacturers Association (GMA) liegt die europäische Out-of-Stock-Rate (OOS) bei etwa 8,6 %. Sie steigt in den frühen Abendstunden und an bestimmten Wochentagen — die meisten OOS-Situationen treten am Sonntag auf. Unter der Woche halten Nachfüllung und Vorbereitung der Wochenend-Promotions die Rate niedriger. Obwohl der Samstag der geschäftigste Tag für den Lebensmitteleinkauf ist, weist er die niedrigste OOS-Rate auf, da Händler in der Regel zusätzliches Personal einsetzen, um Regale und Bestände an Aktionsartikeln aufzufüllen.

Diagramm mit Out-of-Stock-Raten nach Wochentag

Die Faktoren, die OOS Beeinflussen

Promotions beeinflussen die Out-of-Stock-Raten stark. Laut mehreren über die Jahre durchgeführten Studien sind OOS-Raten bei Aktionsartikeln tendenziell doppelt so hoch. Im Allgemeinen entspricht die Höhe des während einer Promotion gewährten Rabatts der OOS-Rate.

Die Umschlagsgeschwindigkeit eines Produkts ist ein weiterer Faktor. Schnelldreher — beworben oder nicht — weisen tendenziell eine um 50 % bis 80 % höhere OOS-Rate auf als andere Produkte.

Wie Reagieren Konsumentinnen und Konsumenten auf OOS-Situationen?

Es gibt fünf typische Reaktionen, wenn das Produkt, das eine Kundin oder ein Kunde kaufen möchte, nicht vorrätig ist:

  1. Den Artikel in einem anderen Geschäft kaufen
  2. Den Kauf im selben Geschäft verschieben
  3. Den Artikel durch eine andere Größe oder Variante derselben Marke ersetzen
  4. Zu einem ähnlichen Produkt einer anderen Marke wechseln
  5. Den Artikel überhaupt nicht kaufen

Jede dieser Reaktionen hat negative Folgen und führt zu Verlusten sowohl für Händler als auch für Hersteller. Weltweit liegt der durchschnittliche Umsatzverlust durch OOS bei 3,9 %.

Diagramm mit der Verteilung der Konsumentenreaktionen auf eine Out-of-Stock-Situation

Die Reaktion der Konsumentinnen und Konsumenten unterscheidet sich auch je nach Produktkategorie. Toilettenpapier verzeichnet ein hohes Maß an Substitution, während Damenhygieneprodukte und Windeln sehr hohe Werte beim Wechsel des Geschäfts und niedrige Werte beim verschobenen Kauf zeigen. Bei salzigen Snacks ist der Anteil an Konsumentinnen und Konsumenten, die den Kauf ganz unterlassen, am höchsten.

Diagramm mit Vergleich der Konsumentenreaktionen auf Out-of-Stock nach Produktkategorie

Die unterschiedlichen Reaktionen erzeugen unterschiedliche Arten von Verlusten für Händler und Hersteller. Im Allgemeinen haben die Kategorien mit dem größten Verlust für Händler die geringste Auswirkung auf den Hersteller, und umgekehrt. Zudem tendieren Konsumentinnen und Konsumenten bei einem Markenwechsel aufgrund einer OOS-Situation dazu, günstiger einzukaufen — sowohl bei Größe als auch bei Preis.

Die Häufigsten Ursachen einer Out-of-Stock-Situation

Laut mehreren Studien lässt sich etwa ein Drittel der OOS-Situationen auf Nachschubprobleme zurückführen — das heißt, das Produkt ist im Geschäft vorhanden, gelangt aber nicht ins Regal. Ein weiteres Fünftel der OOS-Fälle ist auf Planungsentscheidungen zurückzuführen, darunter unzureichende Regalflächenzuweisung und geringe Planogramm-Compliance. Zusammen machen diese beiden Ursachen etwa die Hälfte aller OOS-Fälle aus.

Diagramm mit den Hauptursachen von Out-of-Stock-Situationen

Weltweit hat Europa den höchsten Anteil an Nachschubproblemen, die aus Praktiken im Geschäft resultieren: seltenes, verspätetes oder ausgebliebenes Auffüllen der Regale, schlechte Planogrammumsetzung, unzureichendes Personal oder überfüllte Lagerräume, in denen Ware nicht gefunden wird oder beschädigt wird, bevor sie das Regal erreicht.

OOS-Herausforderungen Lösen

On-Demand-In-Store-Merchandising-Checks können Händlern helfen, OOS-Situationen zu erkennen und zu beheben, bevor sie Umsatz und Kundenzufriedenheit beeinträchtigen.

Mit Echtzeitzugriff auf Daten zu Regalgesundheit, Verfügbarkeit und Promotion-Umsetzungkönnen Retail-Fachleute die Probleme identifizieren, die die Customer Journey beeinträchtigen, und schnell sowie kosteneffizient darauf reagieren.

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